Das Knie

Das Kniegelenk, die bewegliche Verbindung zwischen Ober- und Unterschenkel, ist das komplexeste und empfindlichste Gelenk des menschlichen Körpers, das tagtäglich einiges aushalten muss. Hohe Belastungen, Verschleiß und Verletzungen können zu einer Beeinträchtigung von Bändern, Menisken oder Gelenkknorpel mit vielfach erheblichen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen.

Die häufigsten Knieschäden betreffen den Meniskus, den Gelenkknorpel sowie die Kreuzbänder.

Meniskusschaden

Belassen? Teilentfernung? Ersatz? – eine individuelle Entscheidung!

Mit rund 420.000 Fällen pro Jahr sind Meniskusschäden die häufigste Ursache für Kniebeschwerden.
Auch wenn man meist von „dem Meniskus“ spricht, gibt es im Knie zwei davon, nämlich den Innen- und den Außenmeniskus. Die elastischen Scheiben in Form eines Halbmondes sorgen für die Stabilität des Kniegelenks und dienen gleichzeitig als Puffer für eine optimale Druckverteilung. Bei Meniskusverletzungen ist dieses Zusammenwirken gestört. Risse und Verletzungen entstehen meist durch einen einfachen Verschleiß, seltener auch beim Sport. Die Beschwerden hängen vom Grad der Verletzung ab. Sie reichen von leichten Schmerzen und Schwellungen bei kleineren Rissen bis hin zu Bewegungseinschränkungen bei schweren Rissen. Die Studien der letzten 10 bis 15 Jahre weisen allerdings darauf hin, dass die dann folgende Teilentfernung des Meniskus für das Knie häufig nicht ohne weiteren Schaden bleibt. Es drohen Knorpelschäden.

Spätestens die nächste Arthroskopie am  bereits operierten Knie kann das Problem also ggf. nicht unbedingt lösen, da es nun durch das (Teil-)Fehlen des Stoßdämpfers (Meniskus) bedingt ist und nicht durch seine Verletzung.

Um dies zu vermeiden, empfiehlt es sich, bei größeren Teilentfernungen des Meniskus ein Meniskusimplantat einzusetzen. Dieses aus Kollagen bestehende Implantat (CMI) wurde in den USA entwickelt. Es fungiert wie ein Gerüst, in das körpereigene Zellen einwandern. Diese bilden im Laufe der Zeit ein neues, meniskusartiges Gewebe, das das zerstörte Gewebe ersetzt. Die Teilentfernung des Meniskus sowie die Implantation erfolgen in einer Operation, so dass kein zweiter Eingriff erforderlich ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Meniskusimplantat anwächst liegt zwischen 60 und 80 %. Im Vergleich zu Patienten, die unter Problemen nach Teilentfernung des Meniskus leiden, haben solche mit Implantat weniger Schmerzen und weisen eine bessere Funktion auf. Die Kosten des Eingriffs werden bei entsprechender Indikation von den Krankenkassen übernommen.

Grundsätzlich gilt: Je größer der Knorpelschaden nach Teilentfernung des Meniskus, desto schwieriger der biologische Aufbau des Meniskus und des Knorpels.

Meniskusimplantat

 

Bildquelle: IvySports

Schäden des Gelenkknorpels

Regeneration meist möglich!

Knorpelschäden treten häufig nach Meniskusschäden oder einer Teilentfernung des Meniskus auf. Auch eine Achsabweichung des Beines (O- oder X-Bein), das zu einer einseitigen Belastung des inneren oder äußeren Gelenkanteils führt, kann verantwortlich sein. Ist der Knorpelschaden noch lokal begrenzt, handelt es sich um den Beginn einer Arthrose. Bei großflächigen Knorpelschäden hat man es häufig bereits mit einer voll ausgeprägten Arthrose zu tun. Betroffene Patienten leiden an zum Teil erheblichen Schmerzen und Mobilitätseinschränkungen. Gehen und Treppensteigen wird häufig zur Qual.

Bei lokal begrenzten Knorpeldefekten im Knie galt lange die sog. Knorpelzelltranplantation als ein Mittel der Wahl. Dabei wird in einem ersten Eingriff etwas Knorpelgewebe aus dem betroffenen Knie entfernt und im Labor angezüchtet. Ca. 6 Wochen später wird bei einer erneuten Operation der angezüchtete Knorpel z. B. auf einer Gelmatte in den Knorpeldefekt implantiert.
Eine Alternative, die mit nur einem Eingriff auskommt, nutzt die Fähigkeit von eigenen Stammzellen aus dem Knochen, neuen Knorpel aufzubauen. Dabei wird der geschädigte Knorpelrest über dem Knochen entfernt, der Knochen eröffnet und einzelne Kanäle geschaffen, über die die Knochenmarkszellen in den Defekt einwandern. Um sie dort zu halten, wird ein u.a. mit Hyaluronsäure beschichtetes Netz (Vlies) implantiert und mit ca. 1,5 mm breitenresorbierbaren Nägeln befestigt. Nägel und Netz bauen sich nach und nach komplett wieder ab. In dieser Zeit entwickeln die eingewanderten Zellen ein knorpelähnliches Regenerationsgewebe, das dem normalen Knorpel sehr ähnlich ist. Größte Vorteile gegenüber einer Knorpelzelltransplantation sind die deutliche geringere Belastung durch nur einen Eingriff sowie die volle Belastbarkeit des Gelenks nach zwei bis vier Wochen.
Ein stark verschlissenes Knie mit ausgeprägter Arthrose lässt sich allerdings auch mit diesem Verfahren nicht wieder aufbauen. Es gilt der Grundsatz: Je kleiner der Knorpeldefekt und je kürzer die Beschwerden, umso größer ist die Erfolgsrate. Auch das Vorliegen einer normalen Beinachse mit intaktem Meniskus ist ein Faktor, der wesentlich zum Erfolg dieser Operationsmethode beiträgt.

 

Kreuzbandrisse

Durch beschleunigte Rehabilitation zurück zum normalen Knie und zum Sport

 

 

Gemeinsam mit den Menisken, den Seitenbändern und der umgebenden Muskulatur stabilisieren die Kreuzbänder das Kniegelenk und begrenzen die Verschiebung zwischen Ober- und Unterschenkel. Bei Sportunfällen in kniebelastenden Sportarten wie Skifahren, Fußball etc. ist meist das vordere Kreuzband betroffen. Ein Riss (sog. Kreuzbandruptur) geht häufig mit einer Schwellung und einer Einschränkung der Streckung des Kniegelenks. Zeigt das Knie keine Instabilität und werden keine Risikosportarten betrieben, ist ggf. eine konservative (nicht-chirurgische) Therapie möglich. Hier besteht jedoch die Gefahr von nachfolgenden Meniskusschäden, die zu Knorpeldefekten und damit langfristig zur Arthrose führen. Für sportlich aktive Menschen ist ein operativer Ersatz des gerissenen Bandes unumgänglich, in allen anderen Fällen ist er zu empfehlen.

Voraussetzung für den Eingriff ist, dass das Knie komplett abgeschwollen ist sowie eine freie Beweglichkeit und gute muskuläre Funktion aufweist. Ausnahmen, bei denen kurzfristig operiert werden muss, sind eine Verletzung des kompletten Außenbandapparates oder zusätzliche Schäden wie ein eingeklemmter Meniskus, der mit einem Streckdefizit einhergeht.
Eine Kreuzband-OP wird mittels Arthroskopie, also minimal-invasiv, durchgeführt. Dabei wird das gerissene Band durch eine körpereigene Sehne ersetzt (Oberschenkelbeugesehne oder teil der Kniescheibensehne). Ziel des Eingriffs ist es, schnell wieder eine normale Kniefunktion mit unbeeinträchtigter Stabilität und ohne bleibende Beschwerden sicherzustellen. Wenn ein spezielles Reha-Programm eingehalten wird, ist eine vollständige Rehabilitation nach Ersatz eines Kreuzbandes heute nach nur 4 bis 6 Wochen zu erreichen. Sportliche Aktivitäten sind möglich, sobald die Beweglichkeit des Knies es zulässt, die Muskulatur ausreichend auftrainiert ist und der Patient es sich zutraut. Eine Rückkehr zum Leistungssport hierdurch nach 4 bis 6 Monaten ist keine Seltenheit.

Kontakt

Dr. Sven Behrendt

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